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Samstag, 14. November 2009

(Tag 318) klassische Reparatur

Hab einen platten Reifen gehabt. Nachdem ich erst dachte, es wäre das Ventil, musste ich doch zu einem klassischen Flickset greifen und das Loch im Schlauch (ein winzig kleines Ding in der Seite) mit einem Gummipflaster und Vulkanisierkleber verschliessen. Voila, so einfach kann es sein...

Samstag, 19. September 2009

(Tag 262) break-uneven-point

Ich hab nun den Punkt erreicht, an dem Reparaturen an meinem Fahrrad den ursprünglichen Kaufpreis aufwiegen bzw. überwiegen -- ich hab, wie zuvor berichtet, ja vermutlich wegen meiner rabiaten Fahrweise oder rabiater Mitmenschen wieder eine Anzahl kaputter Speichen im Hinterrad gehabt. Da ich aber nun doch nicht wegen dieser Sache ein neues Rad kaufen will, lass ich es reparieren. Hat die niederländische Sparsamkeit doch auf mich abgefärbt, was? Naja, jedenfalls ist nun, mit dieser Reparatur, insgesamt mehr als der Kaufpreis an Reparaturen in das Rad gegangen. Wobei man allerdings sagen muss, das der Kaufpreis auch sehr niedrig war.
Mir ist das Rad ausserdem über die vergangenen Monate so ans Herz gewachsen. Es steht, mit seiner ständigen Neigung zum Versagen und Unglücken, so sehr als Symbol für meinen Aufenthalt hier, dass ich es einfach nicht weggeben kann!
Ausserdem gefällt mir die Farbe :-)

Mittwoch, 16. September 2009

(Tag 259) Schon wieder...

...ist mein Rad kaputt. Diesmal sind wieder einige Speichen im Hinterrad gebrochen. Ich hab meine Mitmenschen in Verdacht -- die beim "Ausparken" aus den engen und dichtgepackten Fahrradständern mit ihren Pedalen mein Hinterrad traktieren. Oder ich bin einfach zu fett und schwer und demoliere das Bike durch bloßes drauf Sitzen. Wer weiß?
Grmpf.
Ich denk mal, bis zum Wochenende hält das Rad noch durch. Dann werd ich überlegen -- investiere ich nochmal in eine Reparatur, neue Speichen, ein neues Rad... oder kauf ich mir gleich ein neues Fahrrad, weil das Alte mir so auf den Zeiger geht? Was, wenn meine freundlichen Mitmenschen das neue Rad auch wieder aus Unachtsamkeit demolieren?
Schwierig, schwierig...

Sonntag, 30. August 2009

(Tag 242) Kinderdijk / Blijdorp / Lucky Luke

Also, nach dem letzten Post, den ich dann mangels Zeit und Motivation (ich gelobe Besserung!) auch noch so allein stehen gelassen habe, kann man ja meinen ich wohne in South Central LA oder Caracas oder so. Aber so schlimm ist es nicht. Man kann ohne Schußweste vor die Tür und Ausflüge machen!
Natürlich haben AK und ich an dem letzten Wochenende auch ne Menge interessanter Sachen gemacht und angesehen. Hier berichte ich mal von zweien davon (inklusive Bildern)...

Kinderdijk
Am letzten (eigentlich vorletzten, es geht um den 22.8.) Samstag haben wir eine Fahrradtour gemacht. Wir haben es gewagt unsere Kurzstrecken-Drahtesel auf eine lange "fietstocht" zu treiben. Das war nett. Wir sind in einem ordentlichen Bogen in Richtung Südosten gefahren, bis wir bei Krimpen aan de Lek (google map link) wieder auf die Maas oder den Rhein oder was auch immer das nun für ein großes Fließgewässer ist, getroffen sind. Dort sind wir mit einer kleinen Autofähre für 65 cent pro Person mit Rad (!) auf die andere Flußseite übergesetzt und haben dann mit freudigem Erstaunen festgestellt, dass wir uns nun in der Gemeinde "Nieuw-Lekkerland" befanden. Lecker! Jedenfalls ist es von da aus nur noch ein Katzensprung nach "Kinderdijk", einem Stückerl Land auf dem es irgendwie einen Haufen Windmühlen aus dem 18 Jhd. gibt, welche dort der Entwässerung von Polderland dienten. Hier mal ein Bild.Es ist sehr pittoresk und ziemliche Postkartenidylle, was dementsprechend gefühlte 5000 japanische Touristen anlockte, welche dort gleich busladungsweise ausgeschüttet wurden. Scheint zu der Reise "altes Europa in 3 Tagen -- Paris, Kinderdijk, Neu-Schwanstein" zu gehören oder so. Krasses Gewusel jedenfalls.
Naja, wir haben uns dank Fahrrad ein paar hundert Meter entfernt zum idyllischen Picknick niedergelassen und alles war gut.
Auch die Rückfahrt durch extrem gefährliches Sumpfland (siehe Bild 2) haben wir überlebt, aber am Abend, nach dann doch ~40km auf den klapprigen Drahteseln, haben wir durchaus unsere "hinteren, unteren Rücken" sehr schmerzhaft gespürt.


Blijdorp
Rotterdam hat einen Zoo. Da sind wir dann vergangenen Sonntag, bei strahlendem Wetter, hingegangen. Jaaaaa, ich kann mir denken was ihr nun alle denkt... KINDER! SCHREIENDE KINDER! Und so war es auch, teilweise haben sich die Löwen und Brüllaffen vor Angst versteckt, weil die kleinen Homo sapien sapiens so ein Tohuwabohu erzeugt haben.
Erstmal muss man überhaupt den üppigen Eintrittspreis von 18€ pro Person verdauen, da hab ich dann auch einen kleinen Schrei ausgestoßen. Aber egal, es lohnt sich. Ist nämlich ein ganz cooler Zoo, in dem es eine Menge zu sehen gibt und der ausserdem ziemlich Labyrinth-artig angelegt ist, so dass man nett-verpeilt herumirrt. Ein großer Orientierungs-Spaß...
Bei unserem Besuch waren zwei Dinge witzig -- zum einen haben wir in den ersten 15min oder so gar keine Tiere gesehen! Alle hatten sich versteckt. Als wären die Gehege leer gewesen! Später konnten wir uns doch überzeugen: es gibt Tiere in diesem Zoo! Und die zweite Merkwürdigkeit war, sobald es dann irgendwas zu sehen gab, und AK und ich eine Minute irgendwo standen, tauchten aus dem Nichts stets ein oder zwei Grüppchen Menschen auf und stellten sich unangenehm nah an uns heran und lugten mir über die Schulter oder knufften uns nervig in die Seite. Auch schön, einige der anderen Gäste warfen einen meterlangen Schatten mit ihren obszön riesigen (phallischen?) Tele-Objektiven. Das sind sie, die Tierfilmer! Was die wohl für Komplexe kompensieren, wenn sie mit unterarmlangen Objektiven armlange Würgeschlangen ablichten... jaja, nur ein unschuldiges Foto, ich weiß...
Naja, es gab trotz dieser kleinen Schrulligkeiten eine Menge cooler Viecher zu sehen. In der Sonne schlafende Eisbären, in der Sonne schlafenden Polarfüchse, in der Sonne schlafende Wölfe, verhaltensgestörte Löwen, seltene Meerschweine und unsichtbare Wüstenrennmäuse. Alles in allem, bis auf das Löwengehege aus der Vorkriegszeit (WW1!) hatten alle Tiere auch ansehnliche und schöne Gehege. Der Zoo Blijdorp ist also definitiv einen Besuch wert.
Meine Favoriten an dem Tag: die Erdmännchen, die man aus enorm kleinen Abstand bewundern konnte (Bild 3)......und die Giraffe mit dem Mülleimer auf dem Kopf (Bild 4)...:-)

Lucky Luke
Eine Schlussbemerkung von heute noch: wie macht das Lucky Luke eigentlich immer, wenn er in den Sonnenuntergang reitet? Ich bin vorhin über eine Stunden lang, ab der niederländischen Grenze, in Richtung Westen in die untergehende Sonne gefahren. Nach einiger Zeit stand sie so tief, dass meine Sonnenblende sie nicht mehr abhalten konnte. Nun seh ich immer noch bunte Flecken vor den Augen. Ich sollte mir vielleicht einen staubigen Hut zulegen, den ich mir tief ins Gesicht ziehen kann, eine Fluppe in den Mundwinkel, Zügel locker in der Hand...

Mittwoch, 3. Juni 2009

(Tag 154) Auto und andere Reparaturfälle

Hui, wie die Zeit vergeht. Über das lange Wochenende war ich nicht hier, und gestern hab ich ein langes Experiment gemacht. Aber nun komm ich endlich mal dazu zu sagen:

Mein Auto hat TÜV!!

Das ist natürlich nichts spezifisch niederländisches, weil der Wagen ja in Deutschland zugelassen ist und meinem Dad gehört, quasi. Aber bei einem so alten Auto ist es doch immer wieder schön. War übrigens kein Problem die Plakette mit dem Freifahrtschein für die nächsten zwei Jahre zu bekommen -- nur kleinere Mängel. Naja, und wo er schon mal in der Werkstatt war, würde er gleich mal inspektionsmässig aufgepeppt und ist nun wieder topfit. Was man nicht für eine Erleichterung für 350€ erkaufen kann.
Bei meinem Fahrrad muss ich aber erneut das Brenner-Zitat bemühen: Jetzt ist schon wieder was passiert! Diesmal ist die Kette gerissen. Na, für das Austauschen von Kettengliedern fehlt mir sowohl das Werkzeug als auch das Geschick. Nun ist die Tretmühle in der Fahradwerkstatt, wo man mir versicherte, für aller-allerschlimmstens 30€ (das wär dann mit neuer Kette, wenn die alte nicht zu reparieren ist) macht man es wieder fahrbereit. Das ist doch ein Deal -- für ein Zehntel meines TÜV-Spaßes!

Montag, 25. Mai 2009

(Tag 145) mal wieder "pech op de weg"

Oooooooh, ich brech ins Essen!
Mal wieder eine kleine Pannenserie mit meinen beiden Fortbewegungsmitteln. Als ich heute nach hause fuhr, sprang mal wieder die Kette vom Fahrrad und verkeilte sich zw. den Zahnriemen etc. Klasse. Durfte also schön heimschieben.
Erstmal wollte ich einkaufen fahren. Mangels Rad hab ich das Auto bestiegen: tataaaaa, als ich losfuhr ging der Blinker und anders (Radio, Infodisplay, Bremsleuchten) nicht. Hm. Sicherung? Tatsächlich, eine der zahlreichen Sicherungen waren durchgebrannt. Hab ich mir durch "logisches Herumprobieren" erschlossen welche das sein mussten. Wenn Wissenschaftler eine Panne haben... "wenn der Scheibenwischer funktioniert, die Lüftung auch aber der Warnblinker nicht, dann muss es Sicherung 28 sein". Das hat fast ein wenig Spaß gemacht. Naja, hab die Sicherung ersetzt (eine hatte ich), woraufhin die sofort wieder durchflog. Und dann hab ich entdeckt, dass eine weitere "Kandidatin" ebenfalls durchgebrannt war. Tja. So kann ich hunderte Sicherungen über den Jordan schicken -- es muss irgendwie ein Defekt vorliegen, Kabelbruch oder so. Mist. Und das alles in der Woche, in der ich den Wagen eigentlich am Freitag in D.-Land durch den TÜV schicken wollte. Wie soll ich denn da hinkommen? 260 Kilometer Handzeichen geben ausm Fenster, bei 120?? Nee, danke.
Also Werkstatt oder, besser, den ANWB (niederländischer ADAC) anbimmeln, wozu zahl ich denn dafür? Werd ich morgen machen. Berichte dann hier.

Schön ist: hier zieht gerade ein mördermässiges Gewitter auf. Ja, vielleicht hab ich Glück und der Blitz schlägt in den scheiss Astra ein... :-)

Donnerstag, 14. Mai 2009

(Tag 134) brute-force solution

Habe das Problem mit meinem Fahrrad gelöst... mit einer "brute-force" Lösung. Wenig elegant und nicht resourcenschonend: ich hab einfach ein neues Hinterrad gekauft. Mit Hilfe meines Kollegen, der, wie alle Niederländer, ein echter Fahrradexperte ist, hab ich geklärt was ich brauche und so. Bei Halfords (einem Fahrrad- und Autozubehörladen) hab ich dann Felge, Reifen, Schlauch und "velglintje" (ein Gummiring, der innen im Reifen den Schlauch vor den Schrauben den Speichen schützt) gekauft. Dann musste ich bloss noch von meinem alten Hinterrad das Zahnrad abrupfen und auf das neue Rad aufsetzen, einbauen, fertig. Völlig eingesaut (das war zu erwarten) aber glücklich konnte ich meine erste Probefahrt in der Fahrradtiefgarage des Krankenhauses machen -- perfekt! Es gleitet wieder wie ein frisch hergestelltes Rad, lautlos und nahezu widerstandsfrei.
Witzig war... für die Frickelarbeiten (Zahnrad) hab ich das Hinterrad in unser Labor mitgenommen (weil wir da viel Werkzeug haben) und dort gewerkelt. Natürlich haben meine Kollegen um mich herum gestanden und Tipps gegeben. Ein Prof aus der benachbarten Arbeitsgruppe kam vorbei und warf einen Blick in die Tür: "Is that a dutch integration course?" fragte er... und hat meinen Stolz arg gedämpft (aus Spaß), als er abschätzig sagte, ein echter Niederländer hätte bloss die gebrochenen Speichen ausgetauscht und wäre mit dem alten Rad weitergefahren... jaja... immer schön sparsam sein, das ist die Devise.

Hier noch ein Bild, das kaputte Hinterrad (hinten) und das funkelnde, neue Hinterrad...

Montag, 11. Mai 2009

(Tag 131) Ich bin zu dick... :-)

Weil, mein Rad ist kaputt. Im Hinterrad sind 4 Speichen gebrochen und die Narbe oder wie das Ding heisst (das in der Mitte) ist defekt. Effekt ist: das ganze Hinterrad wobbelt hin und her. Das fing ganz subtil an ("roll-roll-roll-wup-roll-roll-roll"), wurde langsam schlimmer ("roll-wupp-roll-wupp-roll-wupp") und ist heute morgen eskaliert ("wobbel-wobbel-schlabber-schlabber-wobbel-wobbel"). Nun fühlt sich das Fahren an, als hätt ich zwölf Tequila zum Frühstück getankt. Hab schon merkwürdige Blicke geerntet auf der Straße.
Und klar, bei meinem Gewicht (jaja, siehe Titel dieses Posts -- es sind die Stroopwaffeln, ich sag es euch) ist nun auch eine acht in der Felge.
Aber aufgrund des Korrosionszustands der Speichen und aufgrund der innerlich gebrochenen Narbe ist ein Ersatz des Hinterrads (wird ca. 35-50 Euro kosten) unvermeindlich. Das wird eine Bastelei, ich seh mich schon wieder von Kopf bis Fuß mit Kettenfett eingesudelt...

Dienstag, 3. März 2009

(Tag 62) krrrrkkkkk (Fortsetzung)

Ha! Hab heute, so wurde mir gesagt, eine sehr niederländische Beschäftigung gehabt -- ich hab meine Fahrrad repariert. Als ich nämlich heute morgen, mit der provisorisch wieder aufgezogenen Kette ins Institut fahren wollte ging es nicht. Alle paar Meter sprang das Ding wieder ab.
Nun hab ich herausgefunden, wie man bei einem typischen Hollandrad "die Kette spannt". Eigentlich justiert man den Abstand zwischen Hinterrad und Pedalen mit zwei Schrauben (welche sozusagen im 90° Winkel zur "Hinterachse" stehen). Total einfach, im Grunde. Allerdings war auch noch ein Kettenglied verbogen (wie geht das nur??) und hat sich deswegen immer aus dem Zahnrad gehoben. Tja, mit zwei Zangen hab ich das dann, im wahrsten Sinne des Wortes, wieder hingebogen. Alles wäre aber viel, viel einfacher gewesen, wenn ich den Kettenschutz (oder, in Nederlands, de kettingkast; also dieses Plastikding, welches die Kette einhüllt) abbekommen hätte. War das eine Murkserei! Ich kam mir vor wie ein Chirurg der eine endoskopische Operation durchgeführt hat. Bräh! Nicht schön.
Trotzdem, immer wenn ich etwas Mechanisches repariert habe, durchdringt mich ein tiefes Gefühl von Glück und Befriedigung! Was hab ich mich gefreut, als das Rad dann problemlos durch Rotterdam rollte. Vermutlich haben die Leute gedacht ich wär völlig bekifft, von wegen debilen, entrückt-glücklichen Grinsen und so... :-D

(Tag 62) krrrrkkkkk

Das war das Geräusch, dass mein Fahrrad gestern gemacht hat, als während der Fahrt die Kette abgesprungen ist. Das ist blöd, bei so einem Hollandrad. Erstens geht die Rücktrittbremse dann nicht mehr, zweitens ist die Kette ja in einen Plastikschutz eingepackt. Also stand ich da gestern abend um 20 Uhr im Lichte einer Laterne und hab mit dem Taschenmesser (Modell McGuyver) herumgewerkelt, bis ich total schwarze Finger aber eine funktionierende Fahrradkette hatte. So konnte ich dann meine Fahrt fortsetzen. Hoffentlich passiert das nicht noch mal.
War auch mal wieder Zeit, dass mal mal wieder was kaputt geht. Wurde ja schon fast unheimlich, dass so wenig schief gegangen ist in der letzte Zeit. Nun haben die Gremlins [1, 2] mich also wieder ins Visier genommen...