Sonntag, 9. Mai 2010

(Tag 494) Was samstags so passiert

Das Gute daran am Wochenende arbeiten zu gehen ist ja, dass die Cafeteria geschlossen hat. Da ist man dann gezwungen sich so kreative Lunchpakete zu gestalten und die mitzunehmen...
hmmmmm... das sieht lecker aus. Ein köstliches Riesenbaguette. So lässt sich ein Samstag am Schreibtisch doch auch ertragen. Eine Kanne Tee und der WDR2 livestream dazu, im Grunde ist das wie zuhause.


Was auch noch erwähnt werden muss, ist das hier:

Tief im Westen,
wo die Sonne verstaubt!
Ist es besser, viel besser, als man glaubt!

Tief im Westen.
Tief im Westen.

Du bist keine Schönheit,
vor Arbeit ganz grau!
Liebst dich ohne Schminke;
bist 'ne ehrliche Haut;
leider total verbaut,
aber gerade das macht dich aus!

Du hast'n Pulsschlag aus Stahl.
Man hört ihn Laut in der Nacht.
Bist einfach zu bescheiden!
Dein Grubengold hat uns wieder hochgeholt,
du Blume im Revier!

Bochum ich komm' aus dir!
Bochum ich häng' an dir!

ahh Glück auf.

Bochum

Du bist keine Weltstadt!
Auf deiner Königsallee
finden keine Modenschauen statt.
Hier wo das Herz noch zählt, nicht
das große Geld!
Wer wohnt schon in Düsseldorf?

Bochum ich komm' aus dir!
Bochum ich häng' an dir!

ahh Glück auf.

Bochum

Du bist das Himmelbett für Tauben!
Und ständig auf Koks!
Hast im Schrebergarten deine Laube.
Machst mit dem Doppelpass jeden Gegner nass,
du und dein VfL!

Bochum ich komm' aus dir!
Bochum ich häng' an dir!

ahh Glück auf

Bochum ich komm' aus dir!
Bochum ich häng' an dir!

ahh Glück auf.

ahha Glück auf.

ahh Glück auf.



Und das gilt auch für die zweite Liga.

Samstag, 8. Mai 2010

(Tag 493) ov - oh je

Bin heute morgen in Rekordzeit mit der Tram zur Arbeit gekommen! Allerdings keine positiver Rekord, sondern ein negativer: es hat fast 3x so lange gedauert wie normal! Die Tram hat nämlich an besonders blöder Stelle eine Panne gehabt, eine Türstörung offensichtlich, die aber den Zug am weiterfahren und uns am Aussteigen hindert. Der Fahrer und der Kontrolleur waren jedenfalls nicht ausgebildet für so einen Fall und haben sich auf hektisches Telefonieren gepaart mit unmotiviertem Rütteln an der Tür verlegt. Währenddessen haben sich 4 Trams hinter uns gestaut. Irgendwann fuhren wir dann mit ca. 3km/h weiter, offenbar wollte sich die Tram ins Depot schleppen. An einer Haltestelle wurden wir dann rausgelassen und sollten in die folgende Tram umsteigen... die uns aber mit dem Hinweis auf die vielen noch weiter folgenden Züge nicht aufnehmen wollte. Tsss! Letztlich bin ich dann doch mit der Tram Nr. 3 in der Reihe zur Arbeit gekommen.
Und was ist auf der Heimfahrt geschehen? Da stand die Tram plötzlich schon wieder. Im Tramsstau. Den irgendwo vor uns war ein Zug mit Panne liegengeblieben. Puh... muss so ein Tag gewesen sein heute, kein Glückstag für Trams jedenfalls. Diesmal wurde allerdings nach nur 15min über eine geschickte Weichenstellung ein Ausweichgleis eröffnet und es ging weiter.
Immerhin konnte ich jede Menge Musik hören heute, während ich da so nutzlos in der Tram saß...

P.S.: wenn ihr euch fragt was der Titel des Posts bedeuten soll... "ov" steht für "openbaar vervoer", also ÖPNV. Und ausgesprochen wird es "oh-wee"... daher der flapsige Reim und so... äh.. nun hab ich den Witz zu Tode erklärt... :-)

Donnerstag, 6. Mai 2010

(Tag 491) Prohibition! Hooligans!

Heute wollten mein Kollege und ich mal wieder nach der Arbeit eine Runde Pool Billiard spielen gehen. Was wir dann auch gemacht haben. Aber was sagte uns der Mann hinter der Bar?! Es gibt kein Bier -- er dürfe heute keine alkoholischen Getränke ausschenken. Und zwar sei das in der ganzen Stadt so... na, das klingt verrückt, aber so ist es. Weil heute hier in Rotterdam das zweite Spiel des Pokalfinales Ajax Amsterdam gegen Feynoord Rotterdam ausgetragen wurde, und die Stadt offensichtlich solche Angst vor Hooligan-Gewalt hat, wurde der Alkoholausschank kurzerhand heute verboten. Das ist eine heftige Maßnahme, wie ich finde. Auch andere "Bürgerrechte" wurden verändert oder ausgesetzt. So durfte die Polizei heute jeden Passanten verdachtsunabhängig kontrollieren und empfindlichere Strafen bei nicht Mitführen eines Ausweises verteilen. Hmmm, soviel also zum berühmten Pulp Fiction Dialog:
Vincent: Breaks down like this, okay: it's legal to buy it, it's legal to own it, and if you're the proprietor of a hash bar, it's legal to sell it. It's illegal to carry it, but that doesn't really matter 'cause get a load of this, all right – if you get stopped by the cops in Amsterdam, it's illegal for them to search you. I mean, that's a right the cops in Amsterdam don't have.
Jules: [laughing] Oh, man! I'm going, that's all there is to it. I'm fucking going.
Tja. In Rotterdam ist das heute alles anders gewesen...
Überhaupt, dass es zwei Pokalfinales gibt ist schon ungewöhnlich, normalerweise gibt es, wie bei uns, nur ein Endspiel. Aber weil man es aus Angst vor Ausschreitungen vermeiden wollte, dass die verfeindeten Fanlager von Ajax und Feyenoord aufeinandertreffen, hat man kurzerhand zwei Spiele, jeweils unter Ausschluß der Gästefans, daraus gemacht.
Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Aber hier in Rotterdam ist die Hooligan-Kultur etwa das Pendant zum Skinhead- oder Glatzentum in Ostdeutschland, es hat sich weit in den Mainstream hinein zu einer gewalttätigen, fiesen Jugend- und Gegenkultur entwickelt. Sehr unschön. Sehr, sehr unschön.

Montag, 3. Mai 2010

(Tag 488) Experiment

Heute habe ich im Supermarkt gedacht, ich müsste meinen Aufenthalt im Ausland mehr ausnützen, müsste exotische Sitten und Gebräuche kennenlernen, all die merkwürdigen Speisen der Einheimischen probieren.
Daher habe ich diese rosa Kuchen gekauft...
...und einen davon teilweise gegessen...
Die schmecken nicht so schlecht wie sie aussehen. Wobei ich sagen muss, dass mir stroopwafeln oder appelflappen deutlich liebere Süßspeisen sind. Ich und die rosa Kuchen werden also keine Freunde werden. Was mach ich nun mit den drei anderen Dingern...?

(Tag 488) lange still gewesen hier

Hui, ich hab in letzter Zeit dieses Projekt hier etwas vernachlässigt. Irgendwie hat mich der Stress eingeholt. Man sieht ja, es ist schon Tag 488 (von 730). Und ich hab das Flattern bekommen in der letzten Zeit, weil es mal langsam Zeit wird den nächsthöheren Gang (arbeitsmäßig) einzulegen. Schliesslich soll mein kleines, niederländisches Abenteuer ja nicht völlig fruchtlos bleiben, sprich ich muss unbedingt meine erforschten Daten endlich mal in veröffentlichbare Form bringen.
Lange Rede kurzer Sinn, ich hab versucht mehr zu arbeiten und hab a) dann abends irgendwie irgendwie nicht mehr so viel Lust gehabt zu bloggen und b) auch nichts bloggenswertes erlebt. Aber ich denke in der kommenden Zeit will ich wieder mal ab und zu mich hier bemerkbar machen. Wär ja schade, wenn dieser Blog den "Gang aller Blogs" gehen würde und in der Stagnation versänke. Also, zwischen hier und Tag 730 wird es sicher noch einiges zu lesen geben. Versprochen...

Sonntag, 14. März 2010

(Tag 438) rokjesdag

Nein, so weit sind wir noch nicht. Aber ich wollte euch, bevor das Phänomen eintritt, darüber aufklären. Das Phänomen heißt "rokjesdag", was übersetzt tatsächlich "Röckchentag" bedeutet. Es ist einer der (inoffiziell) höchsten Feiertage der Niederlande, quasi. Es ist nämlich so, wurde mir von meinem Kollegen erklärt, dass irgendwann im Frühling, an einem der ersten sonnigen und wärmeren Tage (meist aber nicht am allerersten, es gibt also eine gewisse Inkubationszeit) die Damenwelt wie auf ein geheimes Kommando hin plötzlich in kurzen Röcken herumläuft. Quasi um den Sommer und die beinfreiere Modephase einzuläuten. Weder vorher noch später im Jahr ist das Auftreten der luftigen Bekleidung so zahlreich und synchronisiert. Diese (hoffentlich) netten Ansichten, zusammen mit dem schönen Sonnenschein und der Wärme, erhellt die Stimmung (ich vermute - mehrheitlich unter der männlichen Bevölkerung) ungemein. Daher ist rokjesdag ein sehr fröhlicher Tag.
Es ist schon ulkig, dass soetwas als "gesellschaftliches Phänomen" bemerkt wird, dass ein quasi offizieller Name dafür benutzt wird, oder? Ich werde euch jedenfalls informieren, sobald hier in Rotterdam rokjesdag 2010 war... ;-)

Dienstag, 9. März 2010

(Tag 433) wortbedingte Geschmackskatastrophe

Heute bin ich Opfer eines selbstverschuldeten Fehlers geworden. Ich habe in der Cafeteria in einem Anfall von Gesundheitswahn nicht das übliche Tütchen Mayonaise gegriffen, dass ich sonst auf mein Goudabrötchen schmiere. Nein, ich griff mir eine kleine rote Packung von der ich annahm, dass sie Tomatenketchup enthalten würde. Was man bei der Farbe (rot) und der, zugegeben etwas merkwürdigen, Aufschrift ("Ketjap") auch nicht so abwegig finden wird. Allerdings handelt es sich bei "Ketjap" keinesfalls um "Ketchup"... und diese Tatsache hat sehr zur Belustigung meiner Kollegen und ebenfalls sehr zur geschmacklichen Abwertung meines Goudabrötchens geführt.
Bei "Ketjap" handelt es sich nämlich um eine süße oder salzige Sojasauce aus Indonesien, nicht unähnlich der Sojasauce die bei chinesischer oder japanischer Küche verwendet wird. Nur eine Spur ekelhafter. Und auf dem Gouda total fehl am Platze.
Im Nachhinein erscheint mir auch unlogisch, dass die auf eine Packung Ketchup das Wort "Ketjap" schreiben, das wäre selbst für niederländische Verhältnisse zu merkwürdig. Also, ich hätte meinen Fehler also durchaus abwenden können. Aber hinterher ist man immer schlauer...