Freitag, 31. Juli 2009

(Tag 212) Zelten in Holland

Hey, ich fahr gleich, wie jedes Jahr, wieder "nach Holland" zum Zelten. Ok, diesmal ist der Reiz des Besonderen nicht mehr so groß, ich werd mich also "wie zuhause" fühlen. Schliesslich geht es nur ein Stündchen die Küste hoch.
Aber es ist trotzdem immer wieder eine schöne Sache. Strand, Grillen, Bier, Fussball, Skat, hirnlose Gespräche in der Sonne, mehr Bier... ich denke man kriegt ein Gefühl für unser Ferienprogramm?
Also, dann "bis die Tage"...

Mittwoch, 29. Juli 2009

(Tag 210) Unfall ... :-)

Hatte heute auf der Heimfahrt einen ulkigen Unfall. Irgendwie, und das war vor zwei Wochen schon mal, ist heute irgendeine Inline-Skate Aktion in der Stadt, denn die achtrolligen Flitzer waren zu dutzenden (ja, gefühlten hunderten!) auf den Radwegen unterwegs. Und einige, möglicherweise sogar ein erheblicher Anteil, sahen nicht wirklich so aus als hätten sie alles unter Kontrolle. Anscheinend ist das Bremsen nicht das allereinfachste. Und überhaupt, Lenken, Kontrollieren im Allgemeinen. Also, Inlineskater-Amateure sind gefährlich.
Wie gefährlich, hab ich heute abend erlebt. Ich wartete an einer Fahrradampel auf grün, als ich von schräg links hinter mir ein Surren und ein leicht gekreischtes "soooorrry" hörte, und dann gegrapscht und angerempelt wurde. Im nächsten Augenblick hing mir eine, zum Glück nicht sehr gewichtige, blonde Frau halb auf dem Gepäckträger, halb auf dem Rücken. Fast wär ich umgefallen, weil ich nicht so recht mit einem Aufprall gerechnet hatte. Schliesslich wartete ich friedlich an der Ampel.
Naja, es ging ja zum Glück glimpflich aus. Nach einer etwa 30sekündigen Entschuldigungs-Zeremonie fuhren wir beide unserer Wege...

Montag, 27. Juli 2009

(Tag 208) Ferienzeit

Man merkt deutlich das Ferienzeit ist: keine Staus, kein Gewarte am Aufzug und in der Cafeteria, entspannte Stimmung im Supermarkt. Dafür war es ein wenig wuselig am Flughafen Schiphol gestern, als ich von der Konferenz am Chiemsee zurückkam. Klar also, wo die Niederländer im Moment alle so sind: verteilen sich vermutlich grad über die Campingplätze Europas. Wenn ihr also irgendwo massenhaft gelbe Nummerschilder seht, dann wisst ihr bescheid -- das sind die, die im Moment keinen Gedrängel hier in den Niederlanden erzeugen...
Ansonsten bereitet man sich hier so langsam auf die kommende Fussballsaison vor. Ich werde aber, der Einfachheit halber, trotzdem nur die deutsche Bundesliga verfolgen, die am 7. August beginnt -- wo kommen wir denn da sonst hin? Sich anpassen und so ja, aber ein wenig "Heimat" muss schon sein, gell? :-)

Donnerstag, 23. Juli 2009

(Tag 204) so wenig Posts...

Vermutlich hat man es gemerkt: Mein Mitteilungsbedürfnis war relativ gering in der letzten Zeit. Das kam, weil ich soviel um die Ohren hatte. Allerdings waren das hauptsächlich schöne Dinge, die ich um die Ohren hatte. Ich hab (zum ersten Mal) viel Besuch bekommen und dementsprechend viel touristische Aktivitäten unternommen -- also sehr zufrieden mit ein paar Bier intus im "Dizzy" gesessen und Jazz-Musik gelauscht, eine Hafenrundfahrt gemacht, im besten Pizza-Restaurant der Stadt gegessen (das "O Pazzo" in der Marinierstraat), eine Rundfahrt mit einer historischen Tram durch gaaaanz Rotterdam gemacht, auf meinem Balkon gegrillt, viel mit dem Fahrrad herumgeradelt und und und und...
Puh! Man kann sich denken, dass allein das alles schon ausreicht um wenig zu posten.
Aber dann war ich letzte Woche auch "im Urlaub", nämlich auf einem Lübeck-Schwerin Roadtrip... das war auch nett, in Lübeck haben wir AKs Onkel besucht, in Schwerin eine Hochzeit. Alles ein wenig stressig, weil weit weg und so, aber auch sehr nett. Auch wenn der Astra mal wieder Mucken gemacht hat und in Schwerin zum "Arzt" musste... nun scheint angeblich das chronische Elektrikprobleme gelöst zu sein. Jedenfalls hat er die Rückfahrt problemlos gemeistert.
Uuuuund dann fahre ich heute auch noch auf eine Tagung am (bzw. auf bzw im) Chiemsee, wo einiges an Vorbereitung für nötig war. Uffz.
Wenn all das geschafft ist, kann ich wirklich ein paar Tage Urlaub gebrauchen.

Montag, 6. Juli 2009

(Tag 187) Auto- und Bananenrätsel

Also, es war schon wieder was mit dem Auto. Ich weiß, so langsam geht es mir auch auf den Sack. Als ich am Wochenende nach Deutschland gefahren bin, brannte mir auf der Autobahn beim Blinken mal wieder die Sicherung durch, an der der Blinker und auch die Bremslichter hängen. Na prima. Also hab ich sie gewechselt, aber sie ist immer wieder durchgebrannt, wenn ich den Blinker betätigen wollte. Ich bin dann über 120km (von der Grenze an) ohne zu blinken gefahren! Manche Leute fahren ja immer ohne Blinker, aber für mich ist das nichts--- ich fand das war purer Stress.
Natürlich hab ich den Wagen dann in die Werkstatt gebracht. Und natürlich haben die nichts gefunden, ausser dass irgendwelche Birnchen in der gleichen Platine wie die Blinker (ich hab hinten im Auto so Platinen, in denen das ganze Set hinten, also Blink-, Brems-, Rück-, Nebel- und Rückfahrleuchten stecken) sehr locker waren. Ausserdem haben sie alle relevanten Stecker mal an und wieder abgezogen und gereinigt. Pfff.... auf der Rückfahrt gestern und heute auf dem Weg zum Supermarkt war jedenfalls alles ok. Vielleicht haben sie den mysteriösen Fehler nun behoben??

Ein anderes Mysterium hab ich im Supermarkt erlebt. Ich hab ein kleines Bündel Bananen aus dem Regal genommen. Und, das muss ich sagen, ich checke bei Obst und Gemüse immer sehr genau nach Matsch und Schleim und so, also die Bananen waren schön glatt, kühl und frisch. Ausserdem, bevor jemand einen schlauen Kommentar macht -- ich hab die vorsichtig in ihre Ecke im Einkaufswagen gesetzt, nicht geschmissen oder einen Kasten Bier draufgeknallt oder so. Auch an der Kasse waren sie noch ok. Und ich hab sie besonders vorsichtig, oben auf, in die Einkaufstüte gepackt.
Nun, wo ist das Rätsel?? Als ich sie daheim auspacke sind ALLE VIER Bananen der Länge nach aufgeplatzt, wie eine Brühwurst die man zu heiß gemacht hat!! Was soll das? Haben die sich zu schnell ausgedehnt, weil ich sie aus der kühlen Gemüsetheke ins sommerwarme Auto geräumt hat? Sowas ist mir jedenfalls noch nie passiert!!!
Und da mir das sowieso niemand glaubt -- hier noch das Beweisfoto (eine Banane hab ich inzwischen verspeist... Beweise vernichten und so...):

Donnerstag, 2. Juli 2009

(Tag 183) Ausflug und merkwürdige Bräuche

Ich sollte eigentlich längst schlafen. Aber die Tropenhitze ist unerträglich, und das um Mitternacht. Da droht ja das Bier schneller aus der Dose zu verdunsten, als man es trinken kann.

Was ich mal erzählen könnte: am Sonntag haben AK und ich einen schönen Ausflug gemacht. Wir sind nach Brielle gefahren. Das ist ein altes Städtchen südlich von Rotterdam, das dank eindrucksvoller Bastionen (aus dem 18. Jhdt) sehr interessant auf Google Maps aussieht (da). Auch so ist es schön -- kleine Gässchen, alte Häuser, eine seeeeeeeeehr große Kirche (eine der größten in den Niederlanden, angeblich) und Kanäle in denen die einheimischen Jugendlichen Baden. Nett. Ausser ein wenig schauen, Schafe betrachten (ja, ich!) sich die Füße ablaufen kann man aber nicht viel machen an einem Sonntag -- wenn die kleinen Geschäfte (anscheinend viel Kunst und so) aufgehabt hätten, hätte man sicher noch mehr sehen können. Aber gelohnt hat es sich.
Der Weg dahin war auch nett: man fährt auf der A15 durch die Hafenanlagen von Rotterdam: riesige Öltanks, Schiffe, Kräne und so. Interessanter Kontrast zur mittelalterlichen Beschaulichkeit von Brielle.
Hier ein paar Impressionen:
Nun noch eine kleine Geschichte zu merkwürdigen Bräuchen. Diesen hier musste ich mir von meinem Kollegen erklären lassen -- der nach eigener Aussage aber nur "alte Bräuche" mag, mithin also als Traditionalist zu titulieren ist:
Warum hängen an einigen Häusern an den Fahnenmasten nun nicht nur Fahnen, sondern auch Rucksäcke? (abgesehen davon, dass es erstaunlich ist, wie viel niederländische Häuser Fahnenmasten über den Türen und so haben). Weil das aussagen soll: hier im Haus hat ein Kind das "Gymnasium" (siehe da zum Schulsystem... total kompliziert) abgeschlossen! Klar, im Sommer machen die alle ihren Abschluss, wie bei uns auch. Ich find das ja ungewollt goldig -- wir hängen unseren Schulranzen auf. Quasi rituelle Hinrichtung. Hat was archaisches, so ein bisserl wie Blut an den Türrahmen klatschen oder eine Tasse Schnaps ins Feuer gießen. Ich seh das also eher mit anthropologischem Interesse. Aber mein Kollege findet es doof - er sieht darin "Angeberei", quasi Bildungschauvinismus den Nachbarn gegenüber... muss ja jeder selber entscheiden.

Sonntag, 28. Juni 2009

(Tag 179) labuitje

Am vergangenen Freitag wurde der "Betriebsausflug" unseres Instituts, das "labuitje" abgehalten. Es wurde im Vorfeld eine ziemliche Geheimniskrämerei aus dem tatsächlichen Ziel der Reise gemacht -- aber der Tip, Badesachen, Wechselkleidung und alte Schuhe mitzunehmen, deutete auf das Meer hin. Es war eine durchorganisierte, ganz schön ereignisreiche Angelegenheit, muss ich sagen.
Zu nachtschlafender Zeit, um 7:30, fuhren wir mit dem Bus nach Norden. Schnell stellte sich heraus -- das Ziel der Busfahrt war Den Helder. Und in Den Helder kann man nichts weiter tun, als mit der Fähre nach Texel überzusetzen.
So war es dann auch. Dort angekommen wurden wir, Stichwort "forced socializing" auf Tandems verteilt und mit einer fahrlässig-schlecht kopierten Wegbeschreibung quer über die Insel gejagt. Die Schwierigkeiten der Tandemfahrt, die Größe der Gruppe (~90 Leute) und die chaotische Routenplanung sorgten dafür, dass bald schon diverse Zweier- bis Viererteams verloren über die Insel radelten.
Ich hab letztlich, mit nur kleineren Blessuren durch wirbelnde Pedale (es ist KEINE gute Idee während der Fahrt nicht mehr mittreten zu wollen), das Ziel der ersten Etappe erreicht: der Ort, wo wir Lunch einnehmen sollten. Es war ein Schrottplatz. Dachte ich zumindest. Aber bald stellte sich heraus, der Hof gehörte einer Gruppe oder Organisation namens "De Vriendschap", die unseren weiteren Tag unter ihre Fittiche nahm. Es war eine Mischung aus verstrahlten Hippies, starrköpfigen Einsiedlern und abgebrühtem Touristennepp -- aber sehr zu empfehlen. Der Hof sah aus wie ein Schrottplatz, weil alles dort gefunden oder geschenkt oder selber gesammelt war. Also, vom Strand aufgeklaubt. Für uns Städter wurde ein extra rustikales Essen aus selber gefangenem und geräuchertem Fisch (lecker!), selbst gemachtem Käse und vermutlich gekaufter Wurst bereitet, dazu gab es Wein (vermutlich von Albert Heijn), ein Lagerfeuer und Akkordeonmusik von einem schrägen Opa. Ansonsten schwirrten der freundliche braungebrannte Kerl im löchrigen Hemd und die Frau mit Kopftuch und Batikrock herum. und verbreiteten gute Laune. Eigentlich ganz nett.
Richtig skuril wurde der erste Programmpunkt nach dem Essen: ein alter Typ im schmierigsten Overall aller Zeiten gekleidet, zeigte uns sein privates "Zeuch-das-ich-am-Strand-fand" Museum und erzählte in einem total widrigen Akzent diverse Rollen Seemannsgarn, von angeschwemmten Containern voller Zigaretten, deren Inhalt er des Nachts durchs Wattenmeer schleppte und so. Sehr bizarr.
Dann ging es Schlag auf Schlag: wir machten uns auf zum Strand und fuhren mit dem Schiff der "Vriendschap" auf die "robbentocht", also die Robbentour -- die texelsche Variante des Whale-Watching. Wir haben also ein paar Bierchen getrunken, die Nase in den Wind gehalten und dicken, faulen Meeressäugern beim Abgammeln zugeschaut. Auch nett.
Zeit zum Erholen blieb nicht. Denn sofort ging es in die Hände des nächsten Insel-Faktotums auf einen Spaziergang durchs Watt. Auftritt, alte Schuhe. Das ganze Ereignis hatte eine tolle Dramaturgie. Zu Beginn, nah am Ufer -- lange Gesichter: der Matsch war fest und kaum knöcheltief. Aber der harmlose alte Mann mit dem Rauschebart und der Mistgabel, mit der er hin und wieder Getier aus dem Schlick baggerte, war ein beinharter Fiesling: er führte uns tiefer und tiefer in suppige, sumpfige Schlammgruben. Ganz am Ende, schon in Sichtweite des Ufers, führte er uns Zivilisationsmenschen durch den Rand einer gebaggerten Fahrrinne... also, ich bin - ohne angeben zu wollen - groß und stark genug um nicht in Panik zu geraten, wenn ich bis zur Hüfte im schlürfenden Modder feststecke... aber die spitzen Schreie und Angstseufzer der kleingewachseneren Mitreisenden um mich herum hüllten die Szenerie in gruseliges Wehklagen. Horror auf dem Schlammplaneten! Das Beste: bei jedem Schritt in den cremigen Morastbrei entwichen Dämpfe, die man nur als schweflig-faulig bezeichnen kann. Wenn da nicht der Teufel im Spiel war, dann weiß ich es nicht... oder zumindest sauerstoffmeidende Bakterien und jede Menge organischer Materie...
Als wir es wieder an Land geschafft hatten, schwarz und verschlickt wie wir waren, kam Horror, Phase zwei: der Opi erwartete, dass wir uns mit nur zwei Eimern und dem brackigen Wasser aus der ausgebaggerten Fahrrinne reinigten: während schon der Bus ungeduldig wartete, um uns zum Abendessen zu befördern. Großartige Szenen spielten sich ab, Szenen des Mitleids und der gegenseitigen Hilfe. Ich sag es euch, das Teambuilding-Konzept ist voll aufgegangen!
Solcherart oberflächlich gereinigt, aber geruchlich nicht von einem Wattwurm zu unterscheiden, fuhren wir mit dem Bus zurück zum Fährhafen wo wir Dinner einnehmen sollten. Ich machte mir Gedanken, wie ich mit meinen schlammverkrusteten Händen ordentlich an einem Restauranttisch sitzen sollte. Aber weit gefehlt! In ihrer unendlichen Weisheit hatten uns die Organisatoren des Labuitje in eine Imbissbude eingeladen, wo die Friteusen auf Hochtouren liefen; und zum Dosenbier wurden so tablettweise die niederländischen Spezialitäten wie "kroket", "frikandel", "kipcorn" oder auch "kaassouffle" gereicht, und natürlich Pommes und Mayo. Großartiger Abschluss für einen großartigen Tag. Abgekämpft, stinkend und mit Fett eingeschmiert machten wir uns auf den Heimweg...

Hier noch ein paar Impressionen vom Tag...
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-ein echter Räucherfisch ohne Gene und Atome:

-ein fetter Meeressäuger:

-verschlammte Neurowissenschaftler: