Sonntag, 25. Januar 2009

(Tag 25) Radtour zur Arbeit

Wollte heute noch ein paar Stündchen im Institut was tun, bin aber, angesichts des schönen Wetters, vorher ein wenig drauflosgeradelt. Mein Weg führte mich auf die Erasmusbrücke, die ja (wie bereits erwähnt) ein Wahrzeichen der Stadt ist. Hab das mal photographisch festgehalten...

Von da aus hab ich dann auch, vielleicht weil das Wetter so gut war, mal einen Hinweis auf den "angeblich" ja vorhandenen Seehafen in dieser Stadt erblickt... hier ein Foto von der Erasmusbrug aus nach Westen, was wir sehen sind ein paar Krähne des "Waalhaven"-Gebiets, dem der Innenstadt am nächsten liegenden Hafenteil. Von dort aus, was wir im Bild nicht sehen, erstreckt sich der Hafen dann noch ca. 25km oder so hinunter bis zum Meer bzw. bis zu den Landgewinnungs-Gebieten, auf denen nun der Europoort und so zu finden sind. Hier jedenfalls das Foto......mehr gab das Teleobjektiv nicht her. Werde wohl um eine Hafenrundfahrt nicht herumkommen...

Samstag, 24. Januar 2009

(Tag 24) noch ne Autogeschichte

In der vergangenen Woche wollte ich mit meinem Kollegen zu unserem Chef nach Utrecht fahren -- wir wollten da zum einen einen Haufen Geräte und Computer abholen, die er mit nach Hause genommen hatte, die aber nun im Labor gebraucht wurden. Zum anderen wollten wir eine Art "Einstands-Arbeitsgruppen-Essen" veranstalten. Auf dem Wege dahin wollten wir beim IKEA in Utrecht noch einen Tisch fürs Labor besorgen. Mein Kollege hat, laut seiner Aussage, einige Zeit in Utrecht gewohnt -- er meinte, er kennt sich schon aus, daher hab ich mir noch grob die zu erwartende Strecke angeschaut.
Tja. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf.
Zunächst einmal haben wir geschlagene 30min gebraucht, nur um von meinem Parkplatz vorm Haus bis zur Autobahnauffahrt zu kommen. Rush-Hour, oder wie man hier sagt: "avondspits". Ich sag: "der reine Terror!" Als wir es endlich an der Ampel vorbeigeschafft hatten, welche die Zufahrt auf die A20 reguliert, ging es im Schritt-tempo auf dem Ring Rotterdam weiter. Aber zum Glück legte sich der Verkehr etwas (es wurde zu etwas, das ich als "sehr, sehr voll Autobahn" bezeichnen würde, aber man konnte immerhin 80km/h fahren). Bis Utrecht kamen wir. Und wir wussten auch die Ausfahrt, die wir nehmen mussten um zum IKEA zu kommen. Blöderweise sind die Autobahnen, die den Stadting von Utrecht bilden, ganz besonders schlau organisiert -- es gibt eine durchgehende 3-spurige Autobahn OHNE Abfahrten, und es gibt parallel dazu jeweils in jede Richtung noch eine 1- oder 2-spurige Autobahn MIT Abfahrten. Man muss sich nur rechtzeitig, und zwar ca. 3 oder 4 Abfahrten vor derjenigen, die wir nehmen wollten, entscheiden auf welcher Seite der Leitplanke man fahren will. Und das ganz ohne (ersichtliches) Schild oder (vernünftigen) Hinweis. Grmpf-- also fuhren wir ein Dutzend Kilometer weiter, da es ja keine erreichbaren Abfahrten gab (wir waren ja auf der Durchgangsautobahn!) . Schliesslich wechselten wir an einem Autobahnkreuz die Autobahn und wendeten irgendwie in der Nähe des Unikliniks Utrecht. Also zurück Richtung IKEA. Geschafft? Denkste! Hier kam es nämlich noch bunter (und ich muss gestehen, wir stellten uns auch dämlich an... obwohl man zu unserer Entschuldigung auch sagen muss, dass es dunkel war und es dermaßen regnete, dass die Scheibenwischer in der höchsten Stufe rackern mussten), denn man hätte sich schon IN DER AUFFAHRT entscheiden müssen, ob man auf die Durchgangs- oder die Abfahrtenautobahn will... was aber wieder nicht wirklich ersichtlich ausgeschildert war. Man kann sich denken, was passiert ist: wir vertrottelten Wissenschaftler sind WIEDER falsch gefahren! Vermutlich schafft es jeder Depp, zum IKEA in Utrecht zu fahren, nur die zwei promovierten Flachpfeifen im Opel nicht... :-)
Zerknirscht entschieden wir, den IKEA den IKEA sein zu lassen und, es war ja auch schon spät, direkt weiter zu meinem Chef zu fahren. Naja, wenn man nun denkt das wäre einfach gewesen... dann hat man die Rechnung ohne die Bauarbeiten gemacht. Die Ausfahrt, die er uns genannt hatte, gab es nicht mehr! Gesperrt. Oder vielleicht hinter Baggern getarnt. Jedenfalls fanden wir sie nicht. Kein Schild. Kein Hinweis. Nada, zero, nix. Durch das Baustellenchaos fuhren wir weiter zur nächsten Abfahrt, die NATÜRLICH ca. 5km weiter nördlich war. Von da aus mussten wir uns dann irgendwie durch die Stadt zu besagter Adresse durchschlagen... nach einem Stop an einer Stadtkarte, völlig entnervt und um Jahre gealtert kamen wir endlich bei meinem Chef an.
Entschädigt wurden wir aber durch ein sehr leckeres und lustiges Pastaessen mit ihm und seiner Freundin sowie durch ein gutes Glas Wein. Ausserdem hat er ein sehr schönes Haus, ein kleines, schmales, verwinkeltes Stadthäuschen, dass irgendwie nur gefühlte 4m breit ist, dafür 4 Etagen hat. Nett.
Und die Rückfahrt, die haben wir problemlos gemeistert... ;-)

Donnerstag, 22. Januar 2009

(Tag 22) Briefkasten und die Wunder der Wahrnehmung

Auf dem Weg von meinem Institut nach Hause, den ich mit dem Rad zurücklege, befinden sich genau 7 Briefkästen. Hab ich vorhin gezählt. Also, ca. einer pro Kilometer. Dennoch hab ich heute nachmittag meinen Kollegen gefragt, wo denn verdammich nochmal in der Nähe des Instituts ein Briefkasten sei, mir sei bisher kein einziger aufgefallen. Jaja, man kann es sich denken: er hat sich ziemlich amüsiert. Netterweise hat er mir trotzdem einen Ort beschrieben, der auf meinem Heimweg liegt, wo "mindestens ein" Briefkasten steht. War aber gar nicht mehr nötig, denn als ich dann, ganz aktiv und mit dem Vorsatz den Brief einzuwerfen, nach hause geradelt bin, da sind mir die oben erwähnten 7 Stück aufgefallen.
Warum ist das so schwer? Naja, man hat ein inneres Bild von einem Briefkasten, glaub ich. Die haben quietschgelb zu sein, mit nem schwarzen Musikinstrument drauf, und müssen eine bestimmte Größe und Höhe haben. Niederländische Briefkästen hingegen sind weinrot (KPN) oder rot-orange (TNT), erscheinen mir ein wenig kleiner und niedriger und haben weder Musikinstrument noch sonstige Verzierung. Daher hat mein Gehirn die anscheinend stets komplett ausgeblendet. Vielleicht hab ich sie unterbewusst immer in die Kategorie Mülleimer oder Feuermelder gesteckt, wer weiß? Nun ist das Muster in meinem Hirn, das es bei dem Gedanken "Briefkasten" zu suchen gilt, hoffentlich auf den internationalen Standard angepasst, und ich werde in Zukunft keine Schwierigkeiten mehr haben, meine Post einzuwerfen...

Dienstag, 20. Januar 2009

(Tag 20) Update: Internet nun doch 100%

Ok, nicht ohne einen Hauch von Stolz kann ich vermelden: Internet funktioniert nun auch unter Linux.
Will es jemand wissen? Ok, ich habe herausgefunden, dass die MTU Größe (siehe hier) die mein System annahm, nicht mit der des Providers übereinstimmte. Hab ich geändert, klappte.
Schwierig war es, diese Änderung fest in das System einzutragen, aber auch das ist mir gelungen... dazu muss die Datei /etc/network/interfaces wie folgt aussehen:

thomas@wintermute:~$ cat /etc/network/interfaces
auto lo
iface lo inet loopback

auto eth0
iface eth0 inet dhcp
post-up /sbin/ifconfig eth0 mtu 1492

Interessant, gell? Naja, ich dachte ich geb ein wenig an... :-)

(Tag 20) Das 50% Internet

Puhhh... endlich, nach einer Ewigkeit des Wartens, hab ich hier in meinem Apartment Internet. Aber nur halb, sozusagen ... wenn ich meinen Rechner in den Windows-Zustand boote, dann hab ich Internet. Alles ok. Aber wenn ich mein, eigentlich bevorzugtes, Ubuntu Linux starte -- funktionert das Internet nicht. Grmpf. Wer versteht das? Der gleiche Recher, nicht mal die Kabel umgesteckt hab ich. Und es funktioniert auch "ein bischen", der Computer denkt er kann mit dem Internet reden, aber das Internet antwortet nicht...
Naja, Hauptsache ist ja, ich hab erstmal einen funktionierenden Rechner und kann alles tun, was ich so tun will. Vor allem Skype benutzen, damit mich die Telefonkosten nicht auffressen. Den Rest finde ich schon noch heraus...

Montag, 19. Januar 2009

(Tag 19) Die Autostory, Part 2

Es faehrt wieder!
Am vergangenen Donnerstagvormittag bin ich dann, wie zuvor berichtet, zu der Werkstatt bei mir um die Ecke gegangen. Ein netter Mechaniker hat mich dann zu meinem Auto begleitet. Nachdem er sich die Startversuche angehoert hat, hat er wild entschlossen circa 10min mit dem Starter (und zwei verschiedenen Starthilfenbatterien) herumgeorgelt. Dann sprang der Motor, mit einer riesigen weissen Rauchwolke, endlich an! Das war ein gutes Gefuehl, das kann ich sagen.
Begruendung: durch die Kaelte und die lange Standzeit ist das Oel komplett aus dem Motor gesickert und ausserdem noch zaeh geworden, so dass beim Startversuch nicht genug Oel mit Motor war -- damit der Widerstand zu hoch und die Kompression zu niedrig. Ich soll von nun an vermeiden das Auto mehrere Tage unbewegt bei Kaelte herumstehen zu lassen. Ok. Ausserdem empfahl er mir, 4 neue Zuendkerzen (kann nicht schaden) und Oelwechsel (das wusste ich), was ich in deren Werkstatt machen lassen werde. Der war naemlich so nett: wollte kein Geld fuer die Starthilfe. Das nenn ich Kundenwerbung. Mich haben sie ueberzeugt.

Inzwischen ist auch meine ANWB Mitgliedskarte eingetroffen. Wenn ich nun also irgendwo mit dem Auto liegenbleib, brauch ich auch keine Angst mehr zu haben, sondern nur die Nummer auf der Karte "op bellen" und schon wird mir geholfen. Very convenient.

Also, bin dann mit dem Auto auch schon uebers Wochenende heimgefahren, die laeppischen 520km hat er runtergeschnurt wie einmal kurz zum Baecker um die Ecke. Ich denk also, der Wagen ist noch 100% in Ordnung und wird die Zeit bis zum TUeV (schreib das mal ohne Umlaut!) im Sommer locker rumbiegen.

Ach, oh, eine kleine Story zum Auto noch... da bin ich doch, als ich Freitag daheim eingetroffen war, die liebe Freundin eingeladen hatte und auf dem Weg zum Supermarkt (also, eigentlich zur Bank/Post/Getraenkemarkt/Supermarkt-Session) erstmal voll ueber ein rote Ampel gefahren. Weiss auch nicht, ich war so vertueddelt von der langen Fahrt und hab mich so gefreut wieder daheim zu sein... FLASH... wird wohl 125Euro, 4 Punkte in Flensie und 1 Monat Fahrverbot. Es sei denn, sie werten den Fall netter, ich bin naemlich nicht wirklich drueber gefahren, sondern nur eine oder eineinhalb Wagenlaengen ueber die Linie, und dann zurueck. Es hat auch zweimal geblitzt. Hmmmm... muss man abwarten, bis der nette Brief mit dem Portraitfoto ankommt...

Mittwoch, 14. Januar 2009

(Tag 14) Die Autostory, Teil 1

Als wir Ende des letzten Jahres hier herfuhren, ging es dem Auto prima. Es war ein richtiger Umzugs-Astra, und hat die fremdländischen Autobahnkilometer gefressen wie nix. Auch in den ersten Tagen hier, schnurrte der Wagen zum IKEA und Shopping und so, problemlos. Dann kam die große Kältewelle, und er sprang nicht mehr an (das war letzte Woche). Von da an, hab ich gedacht -- "ach, wenn es wärmer wird, geht es schon wieder". Als es wärmer wurde (Anfang dieser Woche), ging es aber nicht. Also dachte ich -- "ach, die Batterie ist schwach", und hab ein Starthilfepack (ein fancy Ding, das 450A Spitzenstrom rausbollert, ugh ugh ugh) gekauft. Aber das hat nix geholfen. Dann dachte ich, auf Anraten eines Kollegen -- "hey, ich werd Mitglied beim niederländischen Pendant zum ADAC, dem sogenannten ANWB, und bestell mir Hilfe!". Gesagt, getan. Nachdem ich alles auf der Webseite ausgefüllt und abgeschickt hatte etc (70€/Jahr für die volle Hilfe daheim und unterwegs) erfuhr ich am Telefon, dass ich erst in ca. 8 Tagen, wenn ich meine Mitgliedskarte hab, die Hilfe in Anspruch nehmen kann. Im Moment müsste ich 220€ (!!) bezahlen, wenn ich Hilfe haben mag. Ächz. Also hab ich nun gedacht -- "such ich mir eine Werkstatt". Und tatsächlich, nur ca. 100m (aber gut versteckt) von meinem Apartment entfernt ist eine Werkstatt für alle Automarken, und der nette Kerl hat gesagt, morgen um 9 Uhr laufen wir gemeinsam zu meinem Auto und schauen es uns an. Puuuh. Nun denk ich natürlich -- "ach, ich hab es bestimmt zu oft versucht, die Zündkerzen sind verrußt, der kann mit seiner Erfahrung in ein paar Minuten feststellen was das Problem ist"... naja... wir haben ja gesehen, was passiert wenn ich denke. Also sollte ich vielleicht lieber nicht denken, und einfach abwarten was rauskommt bei der Untersuchung. Das wird dann berichtet in Folge 2 der Autostory, hier, gleiche Stelle gleiche Welle, zu späterem Zeitpunkt...

Seufz. Das musste ich loswerden. Nichts trifft einen mehr, als ein kaputtes Auto. Schlimm ist das. Meine Männlichkeit, meine Mobilität, sie ist dahin, zerschmettert, am Boden zerstört. Was soll nur aus mir werden, so zum Radeln (ich hab inzwischen eins, Bilder folgen bald) oder Zugfahren verdammt?! Es steht da, vor der Haustür, wie ein blechernes Mahnmal meines Scheiterns, meiner Unfähigkeit es selber zu reparieren. Wie ein Symbol der Vergänglichkeit allen Irdischen. Wie ein dräuendes Vorzeichen eines Untergangs, der allem von Menschenhand erschaffenen Dingen droht! Unerträglich, diese Qualen, diese seelische Grausamkeit. Ich häng an meinem Astra. Sehr.

Hoffentlich fährt er morgen wieder, ist ja nicht zu ertragen dieses Gejammer... :-)